ACTE in 6 Akten

Akt I (1989-1992)

Szene: Das Sprachinstitut der Universität Nantes. Es ist Herbst, das Wetter ist grau, es ist kalt und regnerisch. Ronald Hochhausen, ein Germanistik-Dozent der Universität Nantes, sitzt an seinem Schreibtisch, umgeben von einigen seiner Kollegen. Sie diskutieren über Pädagogik und Kultur, über die Frage, welche neuen Wege man zum Sprachenlernen gehen könne. Dies ist nur eins von vielen Treffen, die im Laufe des Uni-Jahres stattgefunden haben. Dozenten aus den verschiedenen Instituten sind anwesend, die Atmosphäre ist kollegial. Jeder möchte Ideen einbringen, um Studierende unterschiedlicher Disziplinen und Dozenten aus verschiedenen Instituten zusammen zu bringen.

Das Ergebnis: Der Verein ACTE wird am 16. November 1989 ins Leben gerufen und beginnt mit seinem ersten Theateratelier in deutscher Sprache.


Akt II (1992 - 1995)

Szene: Einige Jahre sind vergangen und ein neuer Dozent, Günter Krause, ist nun an der Spitze von ACTE. Dank Günters Ambitionen, ACTE auf verschiedenen Ebenen zu öffnen und zu entwickeln, konnte der Verein wachsen und gedeihen. Innerhalb von wenigen Jahren wurden nationale und internationale Partnerschaften aufgebaut, fremdsprachige Theaterkurse wurden in den Lehrplan der Universität aufgenommen und in Zusammenarbeit mit dem 1995 gegründeten Universitätstheater (TU) inszenierte Günter jährlich mit seinen Studierenden ein neues Theaterstück. Sein Projekt trug Früchte, Günter/ACTE wurden dazu berufen, das kulturelle Leben an der Fakultät zu organisieren.


Akt III (1995 – 1998)

Szene: ACTE steht in voller Blüte und braucht nun einen Festangestellten, um die Fülle von Kulturprojekten organisieren zu können. Über zwei Jahre gewährleistet Jérôme Carlier in Zusammenarbeit mit Günter Krause und den Vereinsmitgliedern die Koordination der größten Projekte: die Deutsch-Saison (in Zusammenarbeit mit einem internationalen Netzwerk), die Präsentation eines zeitgenössischen Stücks beim alljährlichen Festival des Universitätstheaters, enge und regelmäßige Kooperationen mit professionellen Theatermachern. Die Kritik der internationalen Presse lobt die Erfolge von ACTE und der Verein ist nicht länger nur in der Fakultät verwurzelt, sondern auch in zahlreichen nationalen und internationalen Strukturen.


Akt IV (1998 – 2003)

Szene: Nach all den Erfolgen der vorangegangen Jahre entscheidet sich ACTE, die Fülle von Projekten auf ein überschaubareres Maß zu reduzieren. Ein Großteil der schauspielenden Studierenden, die sich bei ACTE engagierten, setzte ihren Weg fort, um Theater- oder Kulturprojekten auf professionellem Niveau nachzugehen. Deutsches Theater, nationale und internationale Tourneen und die Zusammenarbeit mit Profis aus der Theaterszene bleiben auf der Tagesordnung von ACTE, doch es gibt auch bedeutende Veränderungen. Der Verein erhält finanzielle Unterstützung, um ein ambitioniertes Vorhaben umsetzen zu können. 50 deutsche und französische Studierende schreiben in einem Workshop ihren Theatertext, der anschließend vor großem Publikum in Düsseldorf und Nantes präsentiert werden soll. Die Partnerschaft zwischen ACTE und der Oper von Angers-Nantes ist nun so weit gediehen, dass es regelmäßig zum Austausch und zu gemeinsamen Projekten kommt.


Akt V (2003 – 2007)

Szene: Auftritt von Anna Leplay, Schauspielerin und Absolventin des Englisch-Instituts der Universität Nantes. Zwei neue Ateliers werden dem ACTE-Repertoire hinzugefügt: Englisch und FLE (Französisch als Fremdsprache), bald kommen auch Italienisch (Emmanuelle Buriniand) und Spanisch (Cristina de Lorenzo, Chantal Ringot et Julia Gomez) hinzu. Der Verein bietet nun insgesamt fünf Ateliers an und die Option „Theater auf Deutsch“ wird in den Theater-Bachelor integriert. ACTE tritt weiterhin bei verschiedenen Theaterfestivals auf und auch englische Stücke gehen nun auf Tournee.


Akt VI (2007 – )

Szene: ACTEs breites Angebot an Theater-Ateliers steht auf immer festeren Beinen. Ein neues Universitätsprogramm wird durch den Staat finanziert (PRL) und ACTE beginnt zwei Ateliers pro Sprache anzubieten; das eine für eine abendfüllende Aufführung, das andere für kurze Sketsche. 2011 öffnet sich zum ersten Mal der Vorhang für ACTEs jährliches Amateurtheater-Festival „Decontr’ACTE“ in Zusammenarbeit mit dem TNT-Theater in Nantes. Dort präsentieren alle Ateliers ihre Stücke im Rahmen des Festivals und zugleich werden zahlreiche externe Schauspieler und Gruppen für einen Gastauftritt eingeladen.
Zur besseren Vorbereitung des Festivals wird jährlich ein Praktikant eingestellt, der sich mit um die Kommunikation, Organisation, Planung und Zusammenarbeit kümmert. Gegenwärtig nimmt ACTE an einem neuen regionalen Projekt (RFI) teil und schlug eine innovative und auf diese Art noch nicht dagewesene Zusammenarbeit zwischen der Fremdsprachenfakultät, dem Universitätstheater und ACTE vor. Wenn alles gut geht, seht ihr 2015 neue und kühne Veranstaltungen, Projekte, Forschungsprogramme etc.